Austausch mit der neuen EU-Jugendkoordinatorin Marta Markowska in Brüssel
DBJR
Brüssel, 23. Juni 2026. Die Arbeitsgemeinschaft Europäische Jugendpolitik und die Arbeitsgemeinschaft Internationale Jugendpolitik des Bundesjugendrings tagen vom 22. bis 25. Juni 2026 gemeinsam in Brüssel. Im Mittelpunkt der Sitzung stehen aktuelle Entwicklungen der europäischen und internationalen Jugendpolitik sowie der direkte Austausch mit Vertreter*innen der europäischen Institutionen.
Ein wichtiger Bestandteil der gemeinsamen Sitzung sind Gespräche mit Vertreter*innen der Europäischen Kommission, insbesondere aus der Generaldirektion Bildung, Jugend, Sport und Kultur. Dabei bringen die Teilnehmenden Erfahrungen aus den Jugendverbänden sowie Perspektiven und Forderungen junger Menschen in aktuelle europäische Debatten ein.
Am 23. Juni trafen die Arbeitsgruppen Marta Markowska, die Anfang Juni 2026 zur neuen EU-Jugendkoordinatorin ernannt wurde. Sie folgte auf Biliana Sirakova, die das Amt von 2021 bis November 2025 innehatte. Aufgabe der EU-Jugendkoordinatorin ist es unter anderem, die Zusammenarbeit und den Wissensaustausch zu jugendpolitischen Fragen zwischen den verschiedenen Bereichen der Europäischen Kommission zu stärken.
Nur wenige Wochen nach Markowskas Amtsantritt bot das Gespräch den Arbeitsgruppen des Bundesjugendrings die Gelegenheit, frühzeitig mit der neuen Koordinatorin über zentrale jugendpolitische Herausforderungen und die weitere Zusammenarbeit ins Gespräch zu kommen.
Im Mittelpunkt stand die zukünftige Ausrichtung der EU-Jugendstrategie nach 2027. Die Strategie bildet einen wichtigen Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in der Europäischen Union. Diskutiert wurde, wie die Interessen und Lebensrealitäten junger Menschen darin stärker berücksichtigt und Jugendorganisationen verbindlich in die Entwicklung und Umsetzung der Strategie einbezogen werden können.
Die Teilnehmenden machten deutlich, dass junge Menschen nicht erst am Ende politischer Prozesse angehört werden dürfen. Ihre Perspektiven müssen frühzeitig und nachvollziehbar in europäische Entscheidungen einfließen. Jugendverbände übernehmen dabei eine wichtige Rolle: Sie bündeln die Erfahrungen junger Menschen, schaffen Räume für demokratisches Engagement und ermöglichen eine kontinuierliche Beteiligung über einzelne Konsultationen hinaus.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Zukunft von Erasmus+. Das Programm ermöglicht jungen Menschen europäische Begegnungen, grenzüberschreitendes Lernen und freiwilliges Engagement. Für Jugendverbände ist entscheidend, dass neben formaler Bildung auch non-formale Bildungsangebote und die europäische Jugendverbandsarbeit langfristig finanziell abgesichert und zugänglich bleiben.
Darüber hinaus tauschten sich die Teilnehmenden über die bestehenden Beteiligungsformate der Europäischen Union aus. Besondere Aufmerksamkeit galt dem EU-Jugenddialog, über den junge Menschen und Jugendorganisationen Forderungen und Empfehlungen in die europäische Politik einbringen. Gemeinsam wurde beraten, wie dessen Ergebnisse stärker aufgegriffen und sichtbarer in politische Entscheidungen überführt werden können.
Der Austausch mit Marta Markowska machte deutlich, wie wichtig ein kontinuierlicher Dialog zwischen der Europäischen Kommission und der organisierten Jugendzivilgesellschaft ist. Die Arbeitsgruppen werden die Weiterentwicklung der EU-Jugendstrategie, der europäischen Förderprogramme und der Beteiligungsinstrumente weiterhin kritisch und konstruktiv begleiten.
Lukas Lindemann-Bülow